Die Maske
(Das Gedicht unbedingt bis zum Ende lesen)

 

Lasse dich nicht durch mein Gesicht täuschen.
Denn ich trage tausend Masken, die ich fürchte abzulegen.
Und keine davon bin ich.

So zu tun als ob, ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde.
Aber, lass dich dadurch um Gottes Willen nicht täuschen.
Ich mache den Eindruck als sei ich umgänglich,
als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen.
Als sei mein Wesen Vertrauen und Kühle,
So als könne ich über alles bestimmen und brauche niemanden.
Aber glaube mir nicht.

Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist eine Maske.
Darunter ist nichts entsprechendes.
Darunter bin ich wie ich wirklich bin: Verwirrt und in Angst und allein.
Aber ich verberge das, weil ich nicht möchte, das es irgend jemand merkt.
Beim bloßen Gedanken an meine Schwächen bekomme ich Panik
und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen.
Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken,
Hinter denen ich mich verstecken kann.

Eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft etwas vorzutäuschen,
die mich vor dem gewissen Blick sichert, der mich erkennen würde.
Dabei wäre gerade dieser Blick meine Rettung.
Wenn er verbunden wäre, mit angenommen werden, mit Liebe,
das würde mir Sicherheit geben, die ich selber nicht geben kann.
Aber das sage ich dir nicht. Ich wage es nicht.
Ich habe Angst davor.
Ich habe Angst, das dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird.

Ich fürchte mich,
das ich tief drinnen, in mir selbst nichts bin und du mich abweisen wirst.
So spiele ich mein verzweifeltes Spiel:
Eine Sichere Fassade außen und innen ein zitterndes Kind.
Ich rede daher, im gängigen Ton oberflächliches Geschwätz.
ich erzähle dir alles, was in Wirklichkeit nichtssagend ist
und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit.
Deshalb lass dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit daher rede.
Höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage.
Was ich gerne sagen möchte,
Was ich nur des Überlebens willen rede und was ich nicht sagen kann.

Ich hasse Versteckspielen.
Ehrlich !
Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe.
Ein unechtes Spiel !
Ich möchte einfach spontan sein können, einfach ich selber.
Aber du musst mir helfen.
Du, musst deine Hand ausstrecken, selbst, wenn es das letzte zu sein scheint,
was ich mir wünsche.
Jedes mal, wenn du freundlich bist und mir Mut machst,
wenn du mich zu verstehen versuchst,weil du dich wirklich um mich sorgst,
bekommt mein Herz Flügel.
Dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens machen mich lebendig.
Ich möchte das du weißt, wie wichtig du für mich bist.
Wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst
der ich wirklich bin, wenn du willst.

Ich wünschte du wolltest es so.
Du allein kannst die Wand niederreißen, hinter der ich mich ängstige.
Du allein kannst mir die Maske abnehmen und mich aus meiner Schattenwelt befreien.
Aus der Unsicherheit und Angst, aus meiner Einsamkeit.
Übersieh mich nicht, bitte übergeh mich nicht.

Es wird nicht leicht für dich sein.
Die langanhaltende Überzeugung wertlos zu sein , schafft dicke Mauern - Schutzmauern!
Je näher du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück.
Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie.
Meine Hoffnung liegt darin, das Liebe stärker ist, als jeder Schutzwall.
Versuche diese Mauern einzureißen, mit sicheren behutsamen Händen.
Das Kind in mir ist verletzlich.

Wer ich bin fragst du ?
Ich bin jemand den du sehr gut kennst.
Ich bin jemand den du triffst.
Jede Frau, jeder Mann, die dir begegnen.
Tag für Tag!!!

Aus dem Buch Johannes...
...ein Gedicht von Heinz Körner.

 


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